Neuigkeiten

Neue historische Tonaufnahme: Ballade der Senta
Herbert Gruy aus Wien, Schellackplattensammler und Kenner der historischen Wiener Opernszene, hat eine neue Tonaufnahme von Hedy Brügelmann aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt: die Ballade der Senta aus dem Fliegenden Holländer. Die Originalaufnahme stammt vermutlich aus dem Jahr 1911 und sei für die damalige Zeit sehr gut gelungen (Odeon 76170, Matrix xxB 5233).
Juli 2016

 

Briefe an Hermann von Waltershausen

Im Münchner Stadtarchiv Monacensia wurden im Nachlass von Hermann Wolfgang von Waltershausen (1882-1954) 12 Briefe von Hedy Brügelmann an Waltershausen gefunden. Waltershausen war ein Münchner Komponist, Dirigent und Musikprofessor und freundschaftlich mit Hedy Brügelmann verbunden. Sie führte einige seiner Werke (Opern, Lieder) auf. Die meisten der sehr persönlichen Briefe stammen aus dem Zeitraum 1919 bis 1920, der Beginnzeit von Hedy in Karlsruhe, und beinhalten u.a. Informationen über die Trennung von Hedy und ihrem Mann Theo, der in Hedys Wiener Zeit eine andere Frau kennengelernt hatte: Herta, geb. Freiin Grote, verwitwete Freifrau von Brüsselle-Schaubeck. Die Scheidung von Hedy fand am 10. Mai 1920 statt, die Heirat mit Herta im August 1920.

Juni 2016

 

Briefe an Anna von Mildenburg

Im Theatermuseum in Wien sind im Nachlass von Anna von Mildenburg sechs Briefe von Hedy Brügelmann an die berühmte österreichische Wagner-Interpretin gefunden worden. Sie stammen aus dem Zeitraum 1919 bis 1922 und zeigen, dass Hedy, die Anna von Mildenburg sehr bewunderte, schon in ihrer Wiener Zeit Gesangsunterricht bei ihr hatte, danach auch noch in Salzburg bzw. München, um an hochdramatischen Rollen zu arbeiten. Die Briefe werfen auch ein Licht auf Hedys schwierigen Neubeginn in Karlsruhe, wo sie sich wie "in der Verbannung" fühlte. Daneben wird deutlich, wie selbstkritisch sie war und durchdrungen vom Willen, sich künstlerisch stets weiter zu entwickeln.

März 2016

 

Lustspiel und Operette
Neben den vielen seriösen und dramatischen Rollen wirkte Hedy Brügelmann auch in einer Operette mit: "Die Dame in Rot" von Robert Winterberg (Stuttgart, 4.4.1913) und in einer Lustspieloper: "Casanova" vom Karlsruher Komponisten Arthur Kusterer (1898-1967), siehe Foto (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe). Letzteres war im Rahmen einer Festwoche des Badischen Landestheaters im Herbst 1922. Die Oper war 1921 in Stuttgart erstmalig aufgeführt worden und wurde nun in Karlsruhe in einer umgearbeiteten Fassung uraufgeführt. Die Berliner Börsenzeitung schreibt über Hedys Rolle darin (12.10.1922): "Herr Nentwig, ein strahlender Casanova, siegte auf der ganzen Linie, und Frau Iracema-Brügelmann bewies, daß sie nicht nur eine ausgezeichnete Isolde ist, sondern auch in einer Lustspieloper hohen Anforderungen gerecht wird." (Quelle: European Library)

März 2016

 

Vor Kaiser und Königen

Hedy Brügelmann sang nicht nur vor der Rumänischen Königin, Prinzessin Elisabeth zu Wied, (1908 in Köln) und auch in Stuttgart mehrfach in Anwesenheit des Württembergischen Königs und des Prinzen Ludwig von Bayern (letzteres am 4. Mai 1913), sondern auch vor dem deutschen Kaiserpaar in Berlin. Das war anlässlich eines Wohltätigkeitskonzerts zugunsten des Vereins Frauenhilfe im Neuen Königlichen Operntheater am 10. März 1912. Die Berliner Volkszeitung schreibt: "Unter der Leitung des Domchor- und Opernchordirektors Professor Hugo Rüdel hatten sich der Domchor, der Opernchor, der a capella-Chor der Hochschule für Musik, die Chorschule der Oper und 150 Herren der Liedertafel zu einem gewaltigen vokalen Klangkörper vereinigt ....". Hedy Brügelmann trat neben Hertha Dehmlow solistisch auf, es wird jedoch nicht erwähnt, was sie sang. Saillantes Detail: "Von einem Teil des nach der äußeren Erscheinung den "besseren" Gesellschaftskreisen angehörenden Publikums wurde das Kaiserpaar durch unablässiges Anstarren in taktlosester Weise belästigt". (Quelle: European Library).

März 2016

 

Amalia Iracema Hänsel
In der Deutschen Zeitung von Porto Alegre vom 18. Februar 1899 wurde ein Porträt von Hedys Schwester Amalia gefunden (mit Dank an Thomas Keil). Die zwölf Jahre ältere Schwester von Hedy (1867-1936) war in Brasilien auch schon eine gefeierte Sängerin. Sie wurde in Frankfurt am Hoch'schen Konservatorium zur Sängerin ausgebildet und sang zwischen 1893 und 1899

an der Mannheimer Oper. Danach kehrte sie nach Porto Alegre zurück und betätigte sich als Gesangspädagogin. Bei Hedys Konzertreisen nach Brasilien (1907 und 1914) traten die beiden Schwestern mehrfach gemeinsam auf. 1910 heiratete sie den Fotografen Jacinto Ferrrari und hiess ab dann Amalia Iracema Ferrari. Die Ehe blieb kinderlos.
Februar 2016

  

Enrico Caruso

Am 3. Oktober 1913 stand Hedy Brügelmann in Stuttgart zusammen mit dem berühmten Tenor Enrico Caruso (1873-1921) auf der Bühne in der "Tosca". Bei diesem Gastspiel des italienischen Sängers erhielt sie ein Porträtfoto mit Widmung: "Alla Signora Hedy Iracema-Brügelmann, souvenir sincere, Enrico Caruso, Stuttgart 1913" (thanks to Henrique Marques Porto who recently found the autograph on the website of the Dorotheum in Vienna).

Januar 2016


Bühnenfotos
Im Generallandesarchiv in Karlsruhe sind zwei Bühnenfotos aus dem Jahr 1927 aufgetaucht (ursprünglich aus dem Opernarchiv). Hedy Iracema-Brügelmann ist darauf in der Aufführung "Die Entführung aus dem Serail" von Mozart zu sehen.

Dezember 2015


Bild von Albert Haueisen
Der in Stuttgart gebürtige pfälzische Maler Albert Haueisen (1872-1954) widmete im jahr 1924 das untenstehende Bild Hedy Brügelmann ("Der verehrten großen Künstlerin, Frau Iracema-Brügelmann, Karlsruhe, II 1924"). 
Albert Haueisen war einige Jahre Direktor an der Kunstakademie in Karlsruhe, wo er auch als Meisterlehrer unterrichtete. Er galt als Spätimpressionist und gehörte zu den bedeu­tends­ten Maler­­per­sön­­lich­kei­ten der Fächerstadt. Ebenso wie Hedy Brügelmann kam er im Herbst 1919 nach Karlsruhe, wohnte jedoch vorwiegend in Jockgrim in der Pfalz.

Dezember 2015


Gesangsunterricht und Schülerinnen
In den seit kurzem digitalisierten historischen Zeitungen in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe wurden zwei Anzeigen gefunden, in denen Hedy Brügelmann ihre Dienste als Gesangslehrerin anbietet (von 1929 und 1938). Nachdem die Sängerin beim Badischen Landestheater durch Krankheit ausgefallen und ihre Bühnenkarriere wegen eine Hüftleidens definitiv vorbei war, begann sie als Gesangsädagogin. In den digitalisierten Zeitungen fanden sich weitere Namen ihrer Schülerinnen. Bislang sind die folgenden Schülerinnen identifiziert: Ursula Nentwig, Erna Luise Seedorf, Aenne Oertel-Vasmer, Emma Lang, Annemarie Wanner und Martha Wehmann. Es muss jedoch noch eine Reihe weiterer Schülerinnen gegeben haben.

November 2015


Max Reger-Feste 1919 und 1920
Fritz Busch (Dirigent, ab 1918 Generalmusikdirektor in Stuttgart) plante 1919 ein Reger-Fest in Stuttgart unter Mitwirkung von u.a. Hedy Brügelmann (Brief von Fritz Busch an Elsa Reger, Gebrüder-Busch Archiv, Karlsruhe). Dieses Reger-Fest hat wahrscheinlich nicht stattgefunden. Auch im Sommer 1920 sollte Hedy Brügelmann mit den Brüdern Busch auftreten, diesmal beim Reger-Fest in Jena. Es sang dort jedoch eine andere Sängerin, vielleicht weil sich Hedy Brügelmann schon auf die Reise begeben musste zu ihrer dritten Konzertreise nach Brasilien. Den Geiger Adolf Busch kannte Hedy Brügelmann wahrscheinlich aus Wien, wo er Konzertmeister an der Oper war.
April 2015

Gesangsschülerin
Erna Seedorf

Aus einem Zeitungsbericht der Karlsruher Zeitung vom 14. Mai 1932 wird deutlich, dass Erna Luise Seedorf, geb. 19.9.1897 in Berlin, Gesangsschülerin war bei Hedy Brügelmann. Der weitere Werdegang der Konzertsängerin ist bislang unbekannt.
April 2015

Neuste Setzer-Fotos aus Wien

In Wien wurden von der Firma Imagno noch weitere historische Foto-Glasplatten mit Porträts von Hedy Brügelmann im Atelier Setzer gefunden und gescannt (Copyright bei Imagno). Diese zeigen Hedy Brügelmann u.a. auch in der Rolle der 'Marte' aus der Oper Tiefland (untere Reihe) und der Rolle der 'Carmen' (oben Mitte und rechts). Die Fotos stammen aus den Jahren 1917 und 1918. (Vergrösserung möglich durch Klicken auf ein Foto.)
Februar 2015 


Konzertrepertoire und Opernrollen

Unter Konzertrepertoire ist nun eine Liste aller Lieder, Kantaten, Oratorien und anderer Stücke zu finden, die Hedy Iracema-Brügelmann im Konzertsaal gesungen hat. Auch ihre Opernrollen sind nun in einer übersichtlicheren Liste zusammengestellt.

Dezember 2014

Porträtaufnahmen aus dem Photoatelier Setzer in Wien
Im Archiv des Photoateliers Setzer-Tschiedel wurden weitere Porträtfotos von Hedy Iracema-Brügelmann gefunden. Das Photoatelier von Franz Xaver Setzer (1886-1939) galt in der damaligen Zeit als eine der ersten Adressen für künstlerisch anspruchsvolle Bildnisse. Setzer porträtierte unzählige zeitgenössische Künstler und heiratete die Sängerin Marie Gutheil-Schoder. In den Jahren 1917 und 1918 entstanden von Hedy in Wien elf Porträts, darunter auch einige, die Hedy in der Rolle der Martha (Tiefland) und der Carmen zeigen. Sogar einige Original-Glasplatten existieren noch, von anderen Bildern gibt es noch Abdrucke im Musterbuch und/oder Abzüge. Die Bildrechte liegen bei der Firma Imagno.
Dezember 2014

Gastspiel an der Berliner Oper
Hedy Brügelmann hat auch mindestens einmal am Berliner Opernhaus gastiert. Am 10. März 1916 sang sie dort anlässlich einer Richard-Strauss-Festwoche in der Elektra die Chrysothemis, unter persönlicher Leitung des Komponisten.
(Fundstelle: Landesarchiv Berlin)
Dezember 2014

Händel Oper 'Tamerlano' in Karlsruhe

In Karlsruhe fand am 7.9.1924 die erste moderne Wiederaufführung der Händel Oper 'Tamerlano' (oder auch 'Tamerlan') statt, bei der auch Hedy Brügelmann mitwirkte. Die Leitung dieser für die damaligen Verhältnisse untypischen Oper hatte Fritz Cortolezis. Hedy sang die Rolle der 'Irene' - ungewöhnlich, da dies eine Alt-Rolle ist.

Die Zeitung "Die Musik" (XVII/2, November 1924; Fundstelle: Staatliches Institut für Musikforschung, Berlin) vermeldet dazu:

"Einen großen Erfolg, auch nach außen hin, brachte die Uraufführung von Händels "Tamerlan", eine Oper mit unerhört schöner Musik. (Inszenierung: Intendant Robert Volkner; Bühnenbilder: Emil Burkarts; Kostüme: Margarete Schellenberg). Das Orchester unter der glutvollen, hinreißenden Leitung des Operndirektors Fritz Cortolezis ließ den herrlichen Instrumentalwohllaut Händels in ganzem Glanz erstrahlen. Die fünf Darsteller: Hermann Wucherpfennig, Viktoria Brewer-Hoffmann, Hedy Iracema-Brügelmann, Hete Stechert und Rudolf Balve waren mit Hingabe bei der schönen und dankbaren Sache. (...)" A. Rudolph

November 2014


Neue Wiener Schule
Hedy Brügelmann hat 1919 in Wien in dem Musikerkreis rund um Schönberg ("Neue Wiener Schule") eine Rolle gespielt. Sie hat mitgewirkt an Konzerten in dem 1918 von Schönberg gegründeten "Verein für musikalische Privataufführungen". Dort sang sie Lieder von Max Reger, Alexander Zemlinsky und Gustave Charpentier. Daneben hat sie auch an drei Schönberg-Konzerten im Wiener Konzerthaus und wahrscheinlich an einem Konzert von Alban Berg mitgewirkt, das von der "Freien Bewegung", einer Künstlervereinigung, organisiert war. Schönberg, Berg und Webern schätzten sie sehr.
September 2014

 

Postkarten von Alban Berg

In 'The Morgan Library and Museum' in New York sind zwei Postkarten von Alban Berg aufgetaucht. Er schreibt an die 'Freie Bewegung' in Wien und diskutiert u.a. den Einsatz von Hedy für ein Konzert der "Freien Bewegung" am 3. November 1919. 
September 2014 


Anna Bahr-Mildenburg

Auf ihrer Reise von Wien nach Karlsruhe im Herbst 1919 machte Hedy Station in Salzburg, um bei der gefeierten Wagner-Interpretin (und früheren Geliebten von Mahler), Anna Bahr-Mildenburg, die Rolle der "Leonore" zu studieren. Von Karlsruhe aus fuhr Hedy im Jahr 1922 nach München, um bei Bahr-Mildenburg die verschiedenen "Brünnhilden" im Bayreuther Stil einzustudieren. Die beiden Frauen kannten sich wohl aus Wien, wo sie jedoch nur einmal zusammen auf der Bühne standen: am 3. Mai 1919 bei einer Elektra-Aufführung.
September 2014

 

Erzwungener Abschied von der Wiener Hofoper
Aus einem Briefwechsel zwischen Richard Strauss und Franz Schalk - beide Direktoren der Wiener Hofoper ab Herbst 1918 - geht hervor, dass die beiden Hedy und auch andere Sänger, die vom Vorgänger Hans Gregor angenommen worden waren, an eine andere Oper abschieben wollten. In ihren Augen war sie nicht "gut genug" für die Wiener Hofoper. Der genaue Grund wird jedoch nicht deutlich. Anscheinend sollten dort nur die absoluten Weltstars wie Maria Jeritza und Lotte Lehmann engagiert werden. Schliesslich geht Hedy Ende 1919 gezwungenermassen nach Karlsruhe, wo die Hochdramatische ausgefallen war.

September 2014

 

Neue Tonaufnahmen

Zwei neue Aufnahmen von Hedy Brügelmann entdeckt in der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden. Es geht um die zwei Wesendonck-Lieder von Wagner: "Träume" und "Im Treibhaus".
September 2014

 

Postkarte

Bei einem Antiquar in Süddeutschland ist eine neue Postkarte von Hedy Brügelmann aufgetaucht. Das Foto zeigt sie in der Rolle der Desdemona während ihrer Stuttgarter Zeit (1909-1917).
August 2014

Brasilianische Zeitungsartikel aus Porto Alegre

Fabio Shiro Monteiro aus Karlsruhe hat im Archiv in Porto Alegre (Arquivo Histórico Municipal Moysés Vellinho) in der Tageszeitung: "A Federação" zahlreiche Artikel gefunden über Hedys Auftritte in Brasilien in den Jahren 1907, 1914 und 1920. Daraus geht hervor, wie sehr Hedy Brügelmann - aber auch ihre Schwester Amalia (ebenfalls Sängerin), mit der sie öfters gemeinsam auftrat - geschätzt und gefeiert wurde in Brasilien.
Juli 2014

Portrait in Offenburg aufgetaucht
Es geht um eine kolorierte Zeichnung aus dem Jahr 1917 von Bernhard Pankok, die Hedy Brügelmann im Kostüm der Gräfin aus 'Figaro's Hochzeit' zeigt. Wahrscheinlich hat sie das Portrait bei ihrem Abschied aus Stuttgart im Sommer 1917 bekommen. Bernhard Pankok (1872-1943) war ein deutscher Maler, Architekt, Musiker und Designer, der ab 1902 in Stuttgart lebte. Er war auch Ausstatter am Stuttgarter Hoftheater, u.a. bei der Uraufführung der Oper 'Mona Lisa' von Schillings im Jahr 1915. 
Juli 2014

Zeitzeugin in Karlsruhe
In Karlsruhe hat sich eine Zeitzeugin gemeldet: Frau Helga Schmidt-Staub, die als zwei- bis dreijähriges Kind in der Schwarzwaldstrasse 29 über Hedy Brügelmann gewohnt hat. Hedy wurde von ihr 'Tante Ila' genannt und heiss geliebt. 1941 verbrachten sie bei Bombenalarm einige Nächte zusammen im Luftschutzkeller. Dabei tobten sie zusammen herum, und versuchte Hedy ihr ein rollendes 'r' beizubringen: 'Motorrrrrrrrrrrrrrrrad'. Frau Schmidt-Staub erinnert sich: "Trotz Krieg und Fliegeralarm, war es im Luftkeller, dank Tante Ila, eine freundliche und fröhliche Zeit für mich!"
Juni 2014